Planung der Badsanierung: Der WC-Sitz als erster Schritt

Wenn Sie Planen, Ihr Badezimmer zu verschönern, müssen Sie nicht gleich die Fliesen herausreißen. Oft beginnt eine effektive Badsanierung im Kleinen: Sie wollen Ihren WC-Sitz austauschen. Dies ist eine der häufigsten Wartungsarbeiten im Sanitärbereich, erfordert aber dennoch sorgfältige Planung. Bevor Sie einen neuen Sitz kaufen, ist das präzise Ausmessen der Keramik unerlässlich. Viele Hausbesitzer machen den Fehler, "Standardgrößen" zu kaufen, nur um festzustellen, dass die Brille übersteht oder die Scharniere nicht passen.

Messen Sie für die Vorbereitung den Lochabstand der Befestigungslöcher an der Toilettenschüssel (häufig 15,5 cm, aber variabel). Ermitteln Sie zudem die breiteste Stelle des Beckens und den Abstand von den Löchern bis zur Vorderkante. Diese Daten sind Ihre Basis, wenn Sie erfolgreich den WC-Sitz austauschen möchten. Überlegen Sie auch, ob Sie spezielle Anforderungen haben: Soll der Sitz für Kinder geeignet sein, benötigen Sie eine Erhöhung für Senioren oder wünschen Sie eine spezielle Form (D-Form vs. O-Form)?

Kosten und Budgetierung

Ein großer Vorteil beim Thema WC-Sitz austauschen ist die Überschaubarkeit der Kosten. Im Rahmen einer größeren Badrenovierung fällt dieser Posten kaum ins Gewicht, doch die Preisspannen sind beachtlich.

  • Budget-Modelle (15–30 Euro): Meist aus Thermoplast (Polypropylen). Sie sind funktional, verkratzen aber leichter und können sich statisch aufladen.
  • Mittelklasse (30–60 Euro): Hier finden Sie hochwertige Duroplast-Sitze. Diese sind kratzfest, keramikähnlich in der Haptik und verfügen oft über eine Absenkautomatik (Soft-Close).
  • Premium-Segment (60–150 Euro): Markenspezifische Sitze (z.B. für Design-Keramiken), Echtholz-Sitze oder Modelle mit speziellen Funktionen wie Dusch-WC-Aufsätzen.

Planen Sie Ihr Budget so, dass Sie nicht an den Scharnieren sparen. Billige Plastikbefestigungen brechen schnell. Investieren Sie lieber 10 Euro mehr für rostfreie Edelstahlscharniere, wenn Sie den WC-Sitz austauschen. Dies spart langfristig Geld und Nerven.

Materialauswahl und moderne Trends

Die Wahl des Materials bestimmt Komfort und Langlebigkeit. Wenn Sie Ihren WC-Sitz austauschen, stehen Sie meist vor der Wahl zwischen Duroplast, Thermoplast oder Holzkern (MDF).

  • Duroplast: Der Goldstandard. Das Material ist hart, porenfrei und damit extrem hygienisch. Es widersteht Zigarettenglut und aggressiven Reinigern besser als andere Kunststoffe.
  • Thermoplast: Bruchfester Kunststoff, der sich wärmer anfühlt, aber weniger wertig aussieht. Ideal für stark frequentierte WCs oder Haushalte mit kleinen Kindern.
  • Holzkern/MDF: Diese Sitze bieten ein warmes Sitzgefühl und individuelle Designs. Achten Sie hier besonders auf eine hochwertige Lackierung, damit keine Feuchtigkeit eindringt und das Holz aufquellen lässt.

Ein unverzichtbarer Trend ist die Absenkautomatik. Sie verhindert das laute Herunterknallen des Deckels – ein Muss für Familien. Ein weiteres Feature ist die "Quick-Release" oder "Take-Off"-Funktion. Sie ermöglicht es, den gesamten Sitz mit einem Klick abzunehmen, um die Keramik darunter gründlich zu reinigen. Dies ist ein enormer Hygienevorteil, den Sie berücksichtigen sollten.

Durchführung und Zeitplan

Den WC-Sitz austauschen ist in der Regel eine Sache von 20 bis 45 Minuten. Der Zeitplan hängt stark vom Zustand der alten Befestigung ab.

  1. Vorbereitung: Legen Sie Kriechöl (Rostlöser), einen verstellbaren Schraubenschlüssel und Reinigungsmittel bereit.
  2. Demontage: Lösen Sie die Flügelmuttern an der Unterseite der Keramik. Bei starker Korrosion müssen diese eventuell mit Kriechöl behandelt werden oder im schlimmsten Fall vorsichtig abgesägt werden.
  3. Reinigung: Nach der Demontage ist der ideale Zeitpunkt, die sonst unzugänglichen Stellen um die Befestigungslöcher gründlich zu desinfizieren.
  4. Montage: Setzen Sie die neuen Dübel oder Gewindestangen ein. Bei modernen Sitzen arbeiten Sie oft mit einer Montage von oben ("Top-Fixing"), was das WC-Sitz austauschen deutlich rückenfreundlicher macht.
  5. Ausrichtung: Ziehen Sie die Schrauben erst fest an, wenn der Sitz perfekt mittig auf der Keramik sitzt.

Expertentipps für Langlebigkeit

Auch wenn das Projekt WC-Sitz austauschen einfach erscheint, gibt es Tücken. Ein häufiger Fehler ist das zu feste Anziehen der Schrauben, was zu Spannungsrissen in der Keramik führen kann. Nutzen Sie immer die mitgelieferten Gummiunterlegscheiben. Ein weiterer Expertentipp betrifft die Pflege: Verwenden Sie für die Scharniere keine säurehaltigen Reiniger, da diese selbst Edelstahl angreifen können. Wischen Sie Scharniere nur mit Wasser und milder Seife ab und trocknen Sie sie nach. Wenn Ihr neuer Sitz eine Absenkautomatik hat, drücken Sie den Deckel niemals gewaltsam nach unten – dies zerstört die Dämpfermechanik sofort. Mit diesen Tipps bleibt Ihre Mini-Badrenovierung lange ein Erfolg.